Boxen für einen respektvolleren Umgang miteinander
Boxprojekt am Schwabacher Jugendzentrum entwickelt sich zu einer Erfolgsgeschichte — Zusammenarbeit mit Verein„Wird man durch Boxen nicht erst recht zu Schlägern erzogen?“ Diese oder ähnliche Fragen tauchen in Gesprächen mit Jugendlichen immer wieder auf. Doch Erfahrungen zeigen ganz klar, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Gewaltbereite Menschen werden durch regelmäßiges Boxtraining sensibler und respektvoller im Umgang mit ihren Mitmenschen. Genau dieses Phänomen möchte der Bayerische Jugendring als Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände in Bayern erreichen, indem er entsprechende Projekte fördert. SCHWABACH — „Box dich raus! Du hast deine Zukunft selbst in der Hand und kannst mit Disziplin und Durchhaltevermögen etwas Positives erreichen!“ Unter diesem Motto wurde einst das Boxprojekt „Box Out“ an Schulen gestartet. Boxen als Gewaltprävention. Nach diesem Vorbild haben die Mitarbeiter am Jugendzentrum Schwabach in den vergangenen Wochen das Projekt „Fairboxt“ etabliert, mit dem weibliche und männliche Jugendliche ab 12 Jahren sowie junge Erwachsene angesprochen werden sollen. Boxen im Jugendzentrum soll fitnessorientierter Boxsport sein, in dem nicht harte Schläge oder Siege im Mittelpunkt stehen, sondern Technik, Taktik, Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und insbesondere der Spaß. Durch den Boxsport werden körperliche und geistige Ausdauer gefördert, was in der Schule oder im alltäglichen Leben sehr nützlich sein kann. Theoretisches Grundwissen zum Beispiel über den Umgang mit Konflikten und Gewaltprävention werden durch die Sozialpädagogen in Gesprächen ebenfalls vermittelt. Geleitet wird das wöchentliche Training in den Räumen des Jugendzentrums — jeweils am Mittwoch, von 18.30 bis 20.30 Uhr — von Rainer Gegner und Alexander Kiselew, zwei lizensierten Übungsleitern des SC 04 Schwabach. Die Zusammenarbeit mit einem Sportverein ist absolut gewollt, könnten doch im Idealfall beide Seiten davon profitieren. Bei der Auswahl der Übungsleiter wurde darauf geachtet, dass einer der Trainer einen Migrationshintergrund aufweist, um auch Jugendliche mit Migrationshintergrund zur Teilnahme zu bewegen, was sich in Schwabach bereits ausgezahlt hat. Erfreuliche Resonanz „Das Angebot wird mittlerweile sehr gut angenommen“, freut sich Marion Kurz, als Sozialpädagogin am Schwabacher Jugendzentrum eine der Initiatoren dieses Boxprojekts, das eine Laufzeit von zwei Jahren hat und an dessen Kosten, die auf Grund der Anschaffung von Sportgeräten (Sandsäcke, Boxhandschuhe oder Springseile) nicht unerheblich sind, sich der Bayerische Jugendring mit 80 Prozent beteiligt. Eine gezielte Bewerbung durch Flyer beziehungsweise der Besuch von Schwabacher Schulen hätten sich bereits ausgezahlt. Nachdem sich in den ersten Wochen fünf bis sechs Jugendliche — überwiegend aus dem Offene-Tür-Betrieb — zum Boxtraining eingefunden haben, wurden zuletzt regelmäßig über zehn Mädchen und Jungs gezählt. Obwohl die Gruppe ziemlich bunt gemischt ist, kristallisierten sich bereits die ersten kleinen Erfolge heraus, was sich in einem spürbar größeren Durchhaltevermögen oder im Umgang miteinander niederschlägt. Kurzum: Das Boxprojekt am Juze bereitet nicht nur den Jugendlichen viel Spaß. nj/rj Copyright (c)2012 Verlag Nürnberger Presse, Ausgabe 28.01.2012 | Teilweise bis zu 15 Mädchen und Jungs nehmen das Angebot des Jugendzentrums an und besuchen das Boxtraining. |
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